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Von altem Handwerk und rußigen Gesellen:
Wie man früher Kohle hergestellt hat

Anzünden des Kohlmeilers durch Bezirkstagspräsident und Bürgermeister Franz Löffler von Waldmünchen, Bayerischer WaldBis zum späten 19. Jahrhundert wurde der Wald zur Herstellung von Holzkohle genutzt. Man erkannte die Vorteile des massiven Gewichtsverlusts bei der Verkohlung von frischem Holz zu Holzkohle bei gleichzeitig höherer Hitzebildung der Kohlen. So beträgt das Kohlengewicht aus Buche nur noch ca. 25% des Holzgewichtes, bei Fichte und Tanne sind es sogar nur noch 20%. Ein Festmeter Buchenholz ergibt somit etwa 270 kg Holzkohle. Dies spielte früher beim Transport, besonders im unwegsamen Gelände, eine entscheidende Rolle. Hauptabnehmer für Holzkohle waren die Glashütten und Hammerwerke, deren immenser Energiebedarf kaum zu decken war. Kaum eine andere historische Waldnutzungsart hat daher die ursprünglichen Wälder vielerorts tief greifender verändert wie die Holzköhlerei. Brennender Kohlmeiler in Waldmünchen, Bayerischer WaldNoch heute weisen alte Gemarkungsbezeichnungen wie Kohlstatt und Kohlgrund auf diese frühere Form der Waldnutzung hin. Die Holzkohle diente aber auch einem anderen Zweck. So gab es am Pranger oder Regensburger Kohlenmarkt einen regen Handel mit diesem Waldprodukt. Auch das Militär nutzte die Holzkohle im Feld, da die Holzkohlenfeuer rauch- und geruchlos verbrannten und somit nicht von den Gegnern erkannt werden konnten. Die Technik des Meilerbaus war fast überall ähnlich und weicht je nach Landschaft nur wenig voneinander ab.
Kohlenmeiler

Der Boden des Meilers wird sternförmig mit Rundhölzern ausgelegt und kreisrund mit Brettern bedeckt. In der Mitte dieser Platte wird der „König“, ein stabiler Holzpfahl versenkt, um den herum in zwei bis drei Etagen ein Meter lange Holzscheite gestellt werden. Die Zwischenräume werden sorgfältig mit kleinen Holzstücken ausgefüllt. Anschließend deckt der Köhler den Holzhaufen erst mit frischem Fichtenreisig, dann mit Erdreich luftdicht ab. Der Meiler wird von oben entlang des „Königs“ angezündet. Durch Öffnen und Schließen von Löchern im Erdmantel reguliert der Köhler die Glut. Nach 3 bis 4 Wochen wird der Meiler abgeräumt. Die glühende Kohle wird zuerst erstickt und auflodernde Glutreste mit Wasser gelöscht. Diese Arbeit erfordert viel Umsicht, weil zuviel Wasser die Qualität der Holzkohle mindert, andererseits aber der Kohlenhaufen im letzten Augenblick Feuer fangen kann und zu wertloser Asche niederbrennt.

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Kohlenmeiler-Termine

Die Termine stehen!

13.07.2012  17:00 Uhr     Anzünden Kohlenmeiler

Zu dieser Zeit spielt immer mittwochs die Waldmünchner Köhlermusik zum Feierabend.

 

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